Direkt zum Hauptbereich

Posts

Gott hört zu

Die Ruhe hier auf dem Blog führt eventuell zu der Annahme, die Heilsarmee Chemnitz sei in der Corona-Tiefe ertrunken. Das Gegenteil ist der Fall! Der Eintrag würde viel zu lang werden, wenn ich versuchen würde, zu erzählen, was alles hier passiert. Lasst es mich zusammenfassen: Gott ist am Werk :). Die ständig wechselnden Schutzvorschriften, Öffnungsver- und Gebote, Testvorschriften und Krankheitsfälle halten uns und alle Mitarbeiter natürlich in Atem. Nichtsdestotrotz passiert eine Menge Gutes: Der Jugendclub wurde renoviert, Jugendliche zum Teil intensiv 1:1 begleitet. Vom Familiencafé werden Familien mit Lebensmitteln und Bastelüberraschungen versorgt, Bastelvideos gedreht und Hausbesuche gemacht. McTurtle hält Kontakt zu "seinen" Kindern über Videos , Bastelboxen, persönliche Kontakte und, seit letzter Woche endlich wieder, Besuche im Park. Der Einsatzwagen fährt mittlerweile wöchentlich zwei Standorte an und versorgt Menschen mit einer warmen Mahlzeit, Gegenständen des...

Lösungsorientiert

Manche Leute denken ja, Jesus sei ein weiser Prediger mit weißem Gewand und verklärtem Gesichtsausdruck gewesen, der stets lächelnd durchs Land zog und von himmlischem Frieden sprach. Dass er sich das weiße Gewand auf Partys mit Menschen, die nicht einmal fromm waren, schmutzig gemacht hat, passt nicht so richtig in ihr Weltbild. Aber damit hatten auch seine Zeitgenossen schon Probleme. Die religiöse Elite warf ihm vor, sich mit den falschen Leuten abzugeben. Ob er denn keine Sorge hätte, sich damit den guten Ruf zu ruinieren? Bei den bekannten Sündern ist doch sowieso Hopfen und Malz verloren. Warum also Zeit und Energie an sie verschwenden und sich damit vielleicht aus Versehen auch noch Sünde auf das saubere Gewand kleckern? Die Religiösen wussten, dass man sich die Sünde mit Regeln, Vorschriften und rituellen ToDos vom Leib hält. Dass ausgerechnet der Sohn Gottes sich über diese Regeln nicht selten hinwegsetzte machte sie schrecklich nervös. Einmal stellten sie ihn deswegen zur Re...

Wer ist hier barmherzig?

Willkommen im neuen Jahr! Es wird Zeit, dass ich den Gemeindeblog wieder einmal ordentlich pflege, indem ich montags regelmäßig schreibe.  Los geht's heute mit der Jahreslosung 2021: Jesus sagt: "Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist." Lukas 6,36   Barmherzig zu sein ist eigentlich ungerecht. Es bedeutet nämlich, dass man den Anderen besser behandelt als dieser es verdient hat. Warum verlangt Jesus so etwas Unsinniges von den Christen? Und wie soll das praktisch aussehen? Die Frage nach dem "Warum" ist ja schon in der Jahreslosung selbst beantwortet: "... wie auch euer Vater barmherzig ist." Mit "Vater" ist in diesem Fall Gott gemeint. Gott ist barmherzig, also sollen wir, als seine Kinder, genauso handeln. Das kennt man ja, Kinder machen ihren Eltern alles nach - im besten Fall sogar das Gute ;). In Lukas 6,35 betont Jesus sogar, "... denn er (Gott) ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen."  Also doch unsinnig. Das...

(20) Das hab ich noch nie gemacht, das schaffe ich ganz sicher!

Es ist Montag! Zeit für einen Rückblick auf die vergangenen sieben Tage. Ehrlich gesagt erscheint mir eine Woche zur Zeit jeweils wie ein Monat, so viel ist hinein gepackt. Für gewisse Anteile dieser Tage finde ich ein Zitat von Pippi Langstrumpf passend: "Das hab ich noch nie gemacht, das schaffe ich ganz sicher!" Ich kann nicht alles davon hier erzählen, da Pastoren eine ganze Menge Arbeit in der Rubrik "Schweigepflicht" erledigen. Übrigens eine Sache, die mir besonders am Herzen liegt. Es ist schön, für Menschen da sein zu dürfen, die sich mit Sorgen und Herausforderungen an uns wenden. In den vergangenen Jahren habe ich dabei gelernt, dass Kriminalromane sich auch im wahren Leben ereignen - zum Glück nicht immer mit tödlichem Ausgang, aber oft nicht minder dramatisch. Nehmen wir also die etwa 40% "Geheimarbeit" weg, dann bleiben immer noch 60% Offiziersalltag, von dem ich berichten kann. Stichworte für diese Woche: 1.) Vom Brötchen zur Suppe. ...

(12) Pferde, Erdbeeren und innere Kämpfe

Der Soundtrack meines Lebens wird derzeit stark vom Musikgeschmack meiner Kinder gesteuert. Das Repertoire beinhaltet einen Song, der mir dieser Tage immer wieder durch den Kopf geht: "Vergiss nicht zu atmen" (O'Bros). Das Leben ist intensiv. In den vergangenen Wochen passierte für uns als Familie so viel, dass ich mich zeitweise gefragt habe, was geschieht, wenn die Dauer-"Action" nachlässt und ich wieder dazu komme, nachzudenken. An unserem Umzugstag von Berlin nach Chemnitz schrieb mir eine Kollegin: "Versuche dem Herzen Zeit zu geben... es kommt unbemerkt nach!" Ich muss nachrechnen, wenn ich herausfinden will, wie lange das jetzt schon her ist. Dreizehn Tage, die sich anfühlen wie zwei, und gleichzeitig wie eine Ewigkeit. Als wäre ich einer Kapsel entstiegen, die mich von einer Welt in die andere katapultierte - oder in einem Computerspiel in einem neuen Level gelandet, in dem ich gleich wieder voll damit beschäftigt bin, meine "Mission...

(7) Vertrau mir

So langsam werden die Stresshormone von einer Endorphinwelle weg gespült - oder was auch immer gerade an biochemischen Vorgängen in meinem Körper läuft. Es fühlt sich jedenfalls gut an!

(6) McTurtle und die Kleinkinder im Park

Montag! Ein guter Tag. Da liegt eine blitzblanke, neue Woche vor uns und wartet darauf, mit Erlebnissen gefüllt zu werden. Diese begann mit einem Termin, der die Baustelle im Haus betraf. Ein Statiker sollte sich die Sache anschauen. Ich habe von sowas zwar absolut keine Ahnung, interessiere mich aber natürlich erstmal für alles, was die Gegebenheiten vor Ort betrifft. Während eins unserer großen Kinder sich per Flixbus auf den Weg zu Freunden nach Berlin machte stand ich mit einem Ehrenamtlichen aus dem Korps auf dem Hof und erwartete den Bauprofi - der leider den Termin vergessen hatte und nicht erschien. Kurzerhand nutzten wir die überraschend freie Zeit, um ein weiteres Gebäude in Augenschein zu nehmen, das der Heilsarmee in Chemnitz gehört. Es befindet sich in einem anderen Stadtteil, einem Wohngebiet mit eher schlechtem Ruf. Momentan wird es kaum genutzt. Ein leeres Gebäude weckt in mir immer tausend Ideen - ich würde nur jemanden benötigen, der Lust hat, sein Geld hinein zu...